„Once Upon A Time in Nazi-Occupied France“…

… so lautet der Beginn des letzten Geniestreichs von Quentin Tarantino. Ein grellbunter Kriegsfilm in fünf Akten, der unter Rückgriff aufs Genrekino die Paradoxien des Historienfilms souverän unterläuft. In der für Quentin Tarantino typischen Mischung aus Autorenkino und B-Movie wird die Geschichte des Zweiten Weltkriegs mit den Mitteln des Kinos entscheidend umgeschrieben. Über den Film ist hinlänglich viel diskutiert und berichtet worden, die meisten Filmfreunde werden ihn gesehen und sich ein Urteil gebildet haben…

Wer – wie ich – der Meinung ist, daß Inglourious Basterds einer der besten Filme der letzten Jahre ist, wird evtl. auch Interesse haben, sich diesen Film für die heimische DVD-Sammlung in einer ganz speziellen Form anzuschaffen…

Nachdem die reguläre Version bereits seit knapp zwei Wochen verfügbar ist, erschien nun am 28.01. die „Limited Collector’s Box“. Na ja, was soll ich sagen: Ich konnte nicht widerstehen, die Box ist bereits seit Anfang Dezember vorbestellt und nunmehr endlich eingetrudelt.

Eine wahre Augenweide ist die Box schon rein äußerlich – aber auch das Innenleben lässt das Herz jeden Fans höher schlagen: Zunächst wäre da natürlich der eigentliche Film / die DVD  – als Steelbox und mit  Bonusmaterial angereichert (ca. 20 min, u.a. nicht verwendete Szenen). Der Knüller für Sammler sind natürlich die weiteren Gimmicks der Box:

  • 8-seitiger Comic
  • Poster „Stolz der Nation“
  • 3 Postkarten „Stolz der Nation“
  • Poster mit Film-Artwork
  • Querposter im Sonderformat „Bridget von Hammersmark“
  • Rezeptkarte „Mama Landas Altösterreichischer Apfelstrudel“
  • 4 Bierdeckel
  • Filz-Schlüsselanhänger „Inglourious Basterds“

Achtung: Wer mit dem Gedanken spielt, sich dieses Schmuckstück zuzulegen, dem seien noch zwei Infos mitgegeben: Die Box kostet 40 Euro – und ist nur bei Amazon erhältlich, und das auch in einer streng limitierten Auflage von 1000 Stück…

Vorschau auf die Box bei ALLTHEMEDIA

Produktseite bei Amazon

Offizielle Homepage des Films

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„Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!“

(Münchner Volkstheater, 28.01.2010)

Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas stellt die großen Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Idealismus und Gewalt.

Im Münchner Volkstheater hat Hanna Rudolph das Stück sehr modern insezeniert – und sich dennoch eng an den inhaltlichen Vorgaben und auch an der Sprache Kleists orientiert. Hierbei treten lediglich sechs Schauspieler auf, die durch Doppel- und Dreichfachrollen glänzen. Überhaupt sind die schauspielerischen Darbietungen beeindruckend. Schwerlich kann man einen der Darsteller hervorheben – mir persönlich am besten gefallen haben Friedrich Mücke (Michael Kohlhaas u.a.) und Robin Sondermann (Schlossvogt u.a.).

Für mich war das heute ein beeindruckendes, nachhaltiges Theatererlebnis!

Kurz noch zum Inhalt:

Der Pferdehändler Michael Kohlhaas wird auf dem Weg nach Leipzig von den Leuten des Junker Tronka aufgehalten. Neuerdings brauche er einen Passierschein. Kohlhaas will diesen Schein gerne nachreichen. Als Pfand hinterlässt Kohlhaas seine beiden besten Pferde auf der Tronkenburg und beauftragt seinen Knecht Herse, sich um die Pferde zu kümmern. In Dresden erfährt Kohlhaas jedoch, dass dieser Passierschein reine Willkür ist und jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt. Als er auf die Tronkenburg zurückkehrt, findet er seine Pferde misshandelt vor. Sein Knecht wurde verprügelt und von der Burg gejagt. Kohlhaas Rechtsgefühl ist aufs Empfindlichste gekränkt. Er klagt um Wiedergutmachung des Schadens und Verurteilung des Junkers. Doch trotz wiederholter Klagen auf legalem Weg, wird ihm sein Recht verweigert. Als seine Frau bei dem Versuch Unterstützung beim Kurfürsten zu erhalten, erschlagen wird, greift Kohlhaas zur Selbstjustiz. Er beginnt einen blutigen Rachefeldzug. Zusammen mit seinen Anhängern zündet er blind vor Wut Dörfer an, in denen sich der Ungerechte angeblich versteckt hält und nimmt in Kauf, dass unschuldige Menschen ums Leben kommen.

Das Stück steht weiterhiin auf dem Spielplan des Münchner Volkstheaters. Nächste Aufführung am 21.02.2010

Infos zum Stück bei Wikipedia

Zur Aufführung im Münchner Volkstheater

Online Lesen oder Downloaden bei Projekt Gutenberg

Kann man mit 40 noch pogen?

Eine Fragestellung, der es gestern Abend auf den Grund zu gehen galt. → Feldexperiment am 27.01.2010 im Zenith, München.

Versuchsanordnung:

Auf der Bühne: die NY-Hardcore Legende SICK OF IT ALL, seit 1986 „spreading the hardcore reality“ (und zwei weitere Bands). Vor der Bühne: Ich (und ca. 3000 weitere Leute).

Versuchsablauf:

Der Abend wurde von einer mir bislang unbekannten Band namens „The Mahones“ eröffnet. Nett anzuhörender Gute-Laune-Punk, der mitunter an The Pogues erinnerte.

Nach einer kurzen Umbaupause dann SICK OF IT ALL – mein persönlicher Headliner. Offiziell heute aber nur Support-Band. Egal – nach kurzem Zögern also ran an die Bühne – und da war tatsächlich auch schon gut was los! Also fröhlich reingestürzt in den Moshpit. SICK OF IT ALL haben in all den Jahren nichts an ihrer Fähigkeit verloren, die Leute mitzureissen. Auch wenn an diesem Abend einige meiner persönlichen Favoriten fehlten, war das ein sehr geiler Auftritt. Auch die Wall of Death (deren Erfinder SICK OF IT ALL angeblich sind) hab ich überlebt… Highlights aus meiner Sicht waren Take the Night off („Let’s celebrate that we don’t give a fuck„) und Step Down.

Zurück zur Ausgangsfrage: Mit 40 kann man durchaus noch pogen. Zwar wird die Luft im Moshpit schon dünner, aber für eine Band reichts allemal 🙂 Allerdings hab ich mir dann den eigentlichen Headliner Dropkick Murphys eher in der zweiten Reihe angeschaut. Die Murphys überzeugten auf der ganzen Linie und haben das (ja eigentlich eher ätzende Zenith) echt zum Kochen gebracht. Auffällig war, dass sie den Knaller „I’m shipping up to Boston“ nicht brachten…

Fazit:

Ein sehr geiler Abend mit drei Bands, die ihren jeweiligen Fans die Vollbedienung boten. Auffällig war tatsächlich, dass SICK OF IT ALL nicht so recht zu den anderen beiden Bands passten – was sich auch deutlichin zwei „Fan-Lagern“ widerspiegelte…

SICK OF IT ALL bei lastfm

The Mahones auf Myspace

Dropkick Murphys auf Myspace

Wir sind die Krokodile, die Vorstadtkrokodile…

(Kino: Matthäser)

1977 sah ich, achtjährig, im Fernsehen (das war die Zeit, als es noch 3 Programme gab und wir – ungelogen – noch nen Schwarz-Weiss-Fernseher hatten) einen Film über eine tolle Bande, die aufregende Abenteuer erlebte: Die Vorstadtkrokodile.

Über 30 Jahre später sitze ich mit meinem zehnjährigen Töchterchen im Kino und kucke „Die Vorstadtkrokodile 2“ – wohlgemerkt bereits der zweite Teil der Neuverfilmung (Teil 1 lief vergangenes Jahr im Kino). Ein komisches Gefühl.

Die Neuauflage ist natürlich an die Lebenswelt der heutigen Kinder angepasst. Damals das Zusammenleben von Deutschen und Gastarbeitern. Heute die Problematik um Werksschliessung und drohende Arbeitslosigkeit der Eltern. Damals „Pfeil und Bogen“, heute sind es Computer und Handys. Nicht geändert hat sich die Botschaft des Films: Wie wichtig es ist, zusammenzuhalten und auch in schwierigen Zeiten für einander da zu sein. Was sich sehr nach erhobenen Zeigefinger anhört kommt im Film gar nicht so rüber. Der Film ist sehr spannend gemacht. Schnelle, aufregende Szenen wechseln sich mit langamen, nachdenklichen ab. Sehr gelungen.

Zitat Film-Dienst: „Vorstadtkrokodile 2“ ist ein guter, ausgesprochen witziger und schwungvoller Unterhaltungsfilm für junge Kinogänger, kurzweilig, frech und gar nicht mal so gedankenlos. Vieles ist „von der Stange“, wird aber geschickt und sogar selbstironisch gecovert oder recycelt – von der rasanten Eröffnung wie in einem Indiana-Jones-Abenteuer bis zur emotionsreich beschworenen Freundschaft der „Krokodile“, die so verheißungsvoll mit der gefährlichen Suche nach einem neuen Hauptquartier beginnt und dann doch an der Realität zu zerbrechen droht.“  WORD!

Wir hatten auf alle Fälle Beide riesig Spass!!

Anmerkung: Unverständlicherweise ist der Originalfilm von 1977 nicht offiziell als DVD erhältlich – vermutlich verbergen sich ungeklärte Rechtefragen dahinter… Ich hab aber gehört, dass man mit etwas Suchen in einschlägigen Online-Tauschportalen TV-Mitschnitte findet, die man sich runterladen kann. Würde ich ja nie machen, da juristisch zumindest in der Grauzone. Wollte ich aber nur gesagt haben…

Der Film von 1977

Der aktuelle Film

Wenn Dichter in den Ring steigen…

… dann handelt es sich wohl um eine Box Poetry Slam Meisterschaft. Ein auf den ersten Blick sehr schräg erscheinendes Konzept. Zwei Poeten treten in einem echten Boxring gegeneinander an. Mit allem Drum und Dran: Ringrichter, Nummerngirl, Wettkampfrichter und und und. Nur das nicht mit den Fäusten, sondern mit Worten gefightet wird.

So könnte man annehmen, dass das Ganze auf das im Hip Hop beliebte „battlen“ rauslaufen würde. Dies trifft aber nur zu einem sehr kleinen Teil zu. Ziel ist es nicht, den „Gegner“ zu dissen, sondern vielmehr durch seinen eigenen vogetragenen Text zu punkten.

In der Muffathalle trafen sich 8 der besten Deutschen Poeten zum Kräftemessen. Das Ergebnis waren kurzweilige, unterhaltsame, nachdenkliche 2,5 Stunden. Hervorragende Texte und Performances. Und am Ende stand ein Münchner ganz oben auf dem Treppchen: Bumillo – in seinen hervorragende Texten hielten sich „Tiefgang“ und „Spass“ erfreulich die Waage. Mein persönliches Highlight war sein Finalbeitrag: Eine furiose Abrechnung mit dem Soap Opera Wahnsinn im TV.

Ich freu mich auf alle Fälle auf den nächsten Poetry Slam im Substanz – und auf die deutsche Meisterschaft 2011 🙂 Bumillo ist übrigens am 8.2. im Vereinsheim zu erleben („Blickpunkt Spot„).

Munich Slam

Substanz

Bumillo

Munich Indie-Pop im 59:1 – „This is the Arrival“ in Concert…

Im kleinen aber feinen 59:1 gaben sich am Donnerstag „This is the Arrival“ die Ehre. Eine Münchner Band, die such am ehesten in die Kategorie „Indie Pop“ einordnen lassen. Die Band verfügt über eine beachtliche Fan Base in München – das 59:1 war auf jeden Fall sehr gut gefüllt.

Der Abend wurde vom Support Act „Deckchair Orange“ eröffnet. Eine österreichische Band, deren Musik recht abwechslungsreich zwischen Weakerthans und Mando Diao pendelte. Die Band überzeugte durch Spielfreude und war sichtlich von der Stimmung im 59:1 angetan. Gelungener Auftritt.
This the Arrival setzte noch eins drauf. Vom ersten Song an war das Publikum voll dabei. Ruhigere, eingängige Songs wechselnten sich mit rockigen schnellen Nummern ab. Die Setliste bestand aus Songs der bereits erschienen EP, sowie aus Songs des demnächst erscheinenden Albums. Ich denke, von dieser Band wird man noch hören…

Reinhören lohnt allemal:

This is the Arrival
Deckchair Orange

Leben … ist nichts mehr als eine Fabel, erzählt von einem Idioten, voll mit Schall und Wahn, die nichts bedeutet.

Endlich ist es soweit. Nach langem Warten erscheint heute das neue Album der Band Tocotronic: „Schall und Wahn“. Der Titel ist dem gleichnahmigen Roman von Faulkner entnommen – und der widerum bezieht sich auf ein klassisches Shakespeare Zitat. Hamm wer wieda was gelernt 🙂

Die Singleauskopplung „Macht es nicht selbst“ ist ja schon seit Dezember verfügbar und hat mir bislang sehr viel Spass – und Lust auf mehr gemacht. Ein Tocotronic Album sollte man aber tunlichst nicht nach einem Durchgang beurteilen – daher spare ich meine persönliche Meinung erst mal auf und  verweise auf einige der zahlreichen  Kritiken im Netz…

intro.de

78s.ch

spiegel.de

plattentests.de