Was haben ein Rabe und ein Schreibtisch gemeinsam? – zu Tim Burtons „Alice im Wunderland“…

(Forum-Kinos München, 13.03.2010)

Der grundsätzliche Inhalt der Story ist hinlänglich bekannt – in Burtons Version  kehrt Alice als junge Erwachsene  zurück ins „Wunderland“, das ihr aus Kindertagen noch in Erinnerung ist. Dort wird sie bereits erwartet, weil sie der Herrschaft der bösen Roten Königin ein Ende setzen und der Weißen Königin zur Krone verhelfen soll. Doch Alice zögert, sich dieser Bestimmung zu stellen…

Die Neuverfilmung von Alice im Wunderland ist Tim Burton durchaus gelungen. Faszinierende und liebevoll in Szene gesetzte Figuren, das “Wunderland” und viele neue Ideen – Alice im Wunderland ist ein durchaus  sehenswerter Film! Burton hat eine wirklich fantastische Welt erschaffen mit unglaublich faszinierenden, witzigen und aufwendigen Figuren und Landschaftsbildern. DIe schauspielerischen Leistungen können durch die Bank überzeugen – allen voran Mia Wasikowska (Alice Kingsley), Johnny Depp (verrückter Hutmacher) und Helena Bonham Carter (Herzkönigin).

Aber: Gemessen an der Skurrilität der Vorlage und Burtons eigenem Werk, fällt  ein wenig die fehlende Komplexität und die stromlienenförmige Story auf, die weniger auf den surrealen, doppelbödigen Wahnsinn des Mathematikers Caroll, als auf die typische “Held wider Willen, muß die Welt vor dem Bösen retten”- Geschichte setzt und diese auch sehr schnörkellos und ohne viele Wendungen heruntererzählt.

Eine Einschätzung als Vater: Alice im Wunderland ist nichts für Kinder – dafür sind zuviele realitätsgetreue Monster dabei, es fliesst Blut und da wird schon auch mal ein Auge ausgestochen…

Ach ja: Um auf den Titel des Posts zurückzukommen: Die Antwort auf diese Frage findet sich natürlich auch im Film nicht explizit… Eine sehr schöne Diskussion hierüber entspann sich in Talinee’s Blog (Link hier): „…Aber abgesehen von den Buchstaben, denke ich, dass es bei dem Raben und dem Schreibtisch einfach um zwei unvereinbare Sachen geht. Ein Rabe und ein Schreibtisch haben nichts gemeinsames, keinen gemeinsamen Nenner. Es verhält sich wie die beiden Königinnen, beide können sich einfach nicht verstehen, da sie in zwei verschiedenen Welten leben.“

Und hier noch ein Netzfundstück: die allererste Filmversion von Alice im Wunderland aus dem Jahre 1903 in voller Länge (Kunststück: sind ca. 10 min..):

Film-Kritik bei filmherum.de

Film-Kritik bei homberto.de

Empfehlenswerter Podcast „Sei was du scheinen möchtest. Alice in Wunderländern“

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One Response to Was haben ein Rabe und ein Schreibtisch gemeinsam? – zu Tim Burtons „Alice im Wunderland“…

  1. talinee says:

    Huhu,
    vielen Dank für die Verlinkung. Hast du was dagegen den Link auf den neu umgezogenen Beitrag umzuleiten? Das wäre dann direkt hier: http://www.talinee.de/2010/03/04/was-haben-ein-rabe-und-ein-schreibtisch-gemeinsam/
    Vielen Dank und schöne Grüße!

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