„Leute, es macht sehr, sehr viel Spass, Euch zuzusehen…“ TOCOTRONIC Live in München

(Tonhalle München, 26.03.2010)

OK, ich lege mich fest: Das war das beste Konzert 2010. Aber der Reihe nach…

Als Support-Act waren Dillon angekündigt. Leider kann ich hierüber nix schreiben, da ich gerade noch rechtzeitig zum Konzertbeginn von Tocotronic in der Halle war. Dies lag daran, dass

  1. Die bescheuerten Online-Tickets an exakt einer Kasse authentifiziert werden mussten und diese Kasse mit genau einem (!) Notebook, einem (!) Scanner und vermutlich einer Modem-Verbindung jedes beschissene einzelne Ticket abarbeiteten und
  2. Beim Einlass auch nochmal ewig Stau war, weil die Einen rein wollten und die Anderen alle raus wollten zum Rauchen.

Sehr schade, aber was soll’s… Ab dem ersten Accord von Tocotronic war das alles vergessen. Dirk Lotzow und Co legten mit „Eure Liebe töte mich“ los. Von Beginn an war das Publikum begeistert dabei, was Dirk zum titelgebenden Ausspruch verleitete… Weiter ging es mit einer Klasse Mischung aus Klassikern und den Songs des aktuellen Albums „Schall und Wahn“… Gerade Letztere kamen Live um einiges rockiger und intensiver rüber, was sich sehr positiv auf die Stimmung auswirkte.

Ein besonderes Highlight war eine zugegebenermassen trashige, aber umso geilere Gesangsnummer von Arne Zank, der die Songs „Ich werde nie mehr alleine sein“ und „Bitte gebt mir meinen Verstand zurück“ intonierte. Die  Tonhalle – übrigens restlos ausverkauft – kam langsam aber sicher ans Kochen, weitere Highlights waren aus meiner Sicht „Let there be Rock“ und „Macht es nicht selbst“. Den Abschluß des regulären Teils bildete eine wunderbar epische Version von „Gift“. Natürlich kam die Band noch zu meheren Zugaben auf die Bühne, u.a. mit „Sagt alles ab“.

Unterm Strich haben Tocotronic eindrucksvoll bewiesen, dass sie nach wie vor und zu Recht bei den deutschen Bands ganz, ganz oben stehen. Ein Wahnsinns-Konzert!

Die Setlist:

01 Eure Liebe tötet mich   02 Ein leiser Hauch von Terror  03 Die Folter endet nie  04 Die Grenzen des guten Geschmacks   05 Verschwör Dich gegen Dich  06 Schall & Wahn  07 Aber hier leben, nein danke  08 Imitationen  09 Jenseits des Kanals  10 Ich werde nie mehr alleine sein –   11 Bitte gebt mir meinen Verstand zurück  12 Jungs, hier kommt der Masterplan  13 Let there be rock  14 Macht es nicht selbst  15 Drüben auf dem Hügel  16 Keine Meisterwerke mehr  17 Stürmt das Schloß  18 Gift  Zugaben:  19 Mein Ruin  20 Ich bin viel zu lange mit Euch mitgegangen  21: Sag alles ab  22: Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit


Weiterführende Links:

Bericht vom Münchner-Konzert im laxmag

Bericht vom Münchner Konzert bei mucbook.de

Blog-Artikel über das 2010er-Konzert in Heidelberg

Blog-Artikel über das 2010er-Konzert in Köln


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5 Responses to „Leute, es macht sehr, sehr viel Spass, Euch zuzusehen…“ TOCOTRONIC Live in München

  1. decoeur says:

    ich muss sagen bis zu ‚jenseits des kanals‘ stand ich mit verschränkten armen im publikum. und dann habe ich auch nur noch aus nostalgiegründen mitgetanzt. „dirk,mit diesem abend hast du mein leben zerstört.“
    er stand auf der bühne,total abgehoben,überselbstsicher,rockikone,handküsse werfend und einfach nur alles,nur nicht mein tocotronic. gut,sie haben gerockt. gut,für eine deutsche indieband war es großartig. gut,sie haben sogar das neue album irgendwie okay rübergebracht. aber tocotronic hat mehr zu bieten als das. gott sei dank hat arne etwas rausgerissen von dem ich dachte es würde ganz weg sein.
    außerdem: wer sich zweimal zu abgesprochenen zugaben herausbitten lässt braucht keine worte mehr.
    ach,alte platten anhören und trotzdem lieben.
    die idee ist gut,doch die welt schon viel zu weit.

  2. Sara says:

    Lieber elmorino, erneut vielen Dank für Deinen Kommentar und die Verlinkung! Freut mich auch sehr, in Deinem Bericht zu lesen, dass ich mit meinen Eindrücken nicht alleine war. Sehr schön!

    @ decoeur: Komisch, wie unterschiedlich man ein Konzert erleben kann. Ich habe genau das, was Du schreibst, von anderen Konzerten der Tour berichtet bekommen. Ich habe auch gesehen, dass die Herren seit x Wochen exakt die gleiche Setlist spielen, inklusive vorprogrammierter Zugaben. Ich habe mich geärgert über den tocotronischen Presseflash und die extreme Vermarktung des neuen Albums. Ich bin mit wirklich niedrigen Erwartungen in das Konzert gegangen und habe mit einem runtergespielten, lustlosen Set gerechnet. Und ich habe genau das Gegenteil erlebt! In meinen Augen war die Band durchaus mit Freude bei der Sache, Dirk vL war ja früher auch schon affektiert und das gehörte doch immer irgendwie dazu, also diese feine Arroganz. (Ich hab Tocotronic auch schon in früheren Jahren live gesehen, zugegeben nicht in den 90ern, aber 2004 – da wars zumindest auch schon so.) Schade, dass Du es so anders gesehen hast. (Ich mag aber auch die neuen Platten sehr gerne.)

  3. tobi says:

    hallo, ich möchte mal die sache mit den onlinetickets klarstellen:

    am einlass waren zwei scanner vorhanden, die für die onlinetickets vorgesehen waren. bei ca. 300 verkauften Onlintickets ist dies normalerweise vollkommen ausreichend. Leider ist im laufe des Einlasses einer der scanner ausgefallen, so dass einige der online-ticket käufer an der abenkasse verifiziert werden mussten. Da dies dann aber zulange gedauert hat, haben wir die Online Ticketkäufer dann ohne Verifizierung eingelassen. Modem-Verbindungen gibt es in diesem Fall keine.

    Der Einlass des Konzertes war um 19:30, Beginn Dillon war pünktlich 20:30. Jeder, der rechtzeitig, also vor 20:30 Uhr an bzw. vor der Halle war, konnte den Supportact anschauen. Leider kam der grösste teil der der besucher genau um 20:30 , so dass dadurch ein engpass im einlassbereich nicht zu verhindern war. Mein Tipp an den Autor: pünktlich kommen, dann verpasst man den support act auch nicht!

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