Dockville 2010 – ein sehr subjektiver Rückblick…

(Dockville Festival 2010 Hamburg Elbinsel; 13.-15. August 2010)

Nachdem ich das letzte Dockville trotz so mancher organisatorischer Mängel lieben gelernt hatte, stand schon seit langem fest, dass ich auch 2010 wieder auf den Weg nach Hamburg machen würde. Rein nominell war das Line-Up für meinen Geschmack etwas „schwächer“ als vergangenes Jahr – aber dennoch waren jede Menge Acts dabei, auf die ich mich gefreut habe. Doch der Reihe nach…

Organisatorisches und das ganze Drumherum:

POSITIV:

  • Nach gut achtstündiger Fahrt kamen wir Freitag so gegen 14 Uhr am Festival Gelände an. Erste freudige Überraschung: Der Check-In ging im Vergleich zum Vorjahr super zügig voran. Auch kein riesen Gedöns beim Betreten des Camping-Platzes, von wegen Kontrolle, was man alles mit reinnimmt usw.
  • Das Festivalgelände war heuer weiter gespannt ohne zu weitläufig zu werden. Haupt- und Nebenbühne waren wieder in sehr kurzer Zeit zu wechseln, so dass man ggf. zwischen zwei Acts problemlos wechseln konnte. Und es gab zwei Hallen, während es vergangenes Jahr nur eine war.
  • Man hat aus der katastrophalen Getränke- und Essens-Situation vom vergangenen Jahr gelernt. Das hat dieses mal alles super geklappt. Pfandrückgabe sehr gut gelöst, man musste auf sein Bier oder etwas zu essen kaum warten. Auch der „Supermarkt“ am Camping-Platz war deutlich besser aufgestellt…

NEGATIV:

  • Gerade nach den letzten Bühnen-Acts kam es vor den Hallen zu großem Andrang – zusätzlich hat sich von Fall zu Fall der Einlass verzögert, ohne dass man informiert wurde (z.B. Freitag Nacht) – das hat für Verwirrung gesorgt…

Ein paar Anmerkungen zu ausgewählten Bands die ich gesehen habe:

Die undankbare Aufgabe, auf der Nebenbühne am Freitag nachmittag zur eröffnen, hatten Ja, Panik übernommen. Die wollte ich unbedingt sehen – und habe es nicht bereut. Die Österreicher spielten auf, als würden sie gerade auf der Hauptbühne vor 10000 Leuten stehen. Ein super Start in das Festival-Wochenende. Meine Favoriten: „Alles hin, hin, hin“ und „Die Luft ist dünn“.

Das erste Highlight auf der Hauptbühne waren dann Portugal. The Man. Die amerikanischen Indie-Rocker liessen sich nicht daran stören dass viele der Festival-Besucher gerade erst nach und nach eintrudelten und überzeugten mich vollends. Highlights: „The Sun“ und „People say“.

Kurzfristig ins Line-Up wurde das Hamburger Künstlerkollektiv HGich.T aufgenommen. HGich.T (ausgesprochen: ha ge ich te) wurden vor allem durch die Youtube-Videos bekannt, die inzwischen Kultstatus erlangt haben (siehe z.B. hier oder hier). Was die Dockville Besucher, die sich am Samstag nachmittag in den Maschinenraum (großer Halle) verirrt hatten zu sehen bekamen, kann man nicht als gewöhnliches Konzert bezeichnen. Das war das mitunter krasseste, was ich in meiner langjährigen „Konzertlaufbahn“ so erlebt habe. Das war eher eine Kunst-Perfomance… Der Sänger und Texter nennt sich Anna-Laura und wirkt auf der Bühne, als meine er seine Texte ernst – eine Textzeile heisst „Ich bin schizophren, ja!“ – nomen est omen… Der Rest des Kollektivs springt und tanzt  auf der Bühne, malt Riesen-Penise auf Leinwand und verschenkt die Bilder ans Publikum usw. Eine unglaubliche Show. Wer diesem Phänomen auf die Spur gehen will, dem sei ein Artikel im Art-Magazin ans Herz gelegt (hier). Und ein Blick ins Video lohnt!

Endlich bekam ich die Gelegenheit, die neue britische Indie-Hoffnung Delphic live zu begutachten, nachdem ihr Auftritt im Münchner 59:1 leider (für mich) zu schnell ausverkauft war. Und was soll ich sagen: Ich wurde nicht enttäuscht. Sehr gelungene Performance, alle Highlights des Debutalbums „Acolyte“ wurden gespielt – allen voran „Doubt“, „Counterpoint“ und „This Momentary“…

Dann endlich Frittenbude. Bereits im Vorjahr hatten sie das Dockville gerockt (damals noch in der Halle) – zahlreiche Besucher haben sich im Forum die Band erneuut gewünscht und die Veranstalter kamen den Wunsch nach – Vielen Dank hierfür! Dieses mal traten sie auf der Nebenbühne auf – und auch dort brachten sie die Stimmung an den Siedepunkt. Egal ob Songs aus dem ersten Album oder aus dem Aktuellen „Katzengold“ – das war Party pur. Meine Highlights: „Bilder mit Katze“ und natürlich „Hildegard“. Sehr cool auch, dass die Band auf den Zwangsschluß um Mitternacht pfiff („das kostet uns jetzt glaub ich ne Menge Geld, aber das ist uns scheissegal“…) und noch zu weiteren Zugaben auf die Bühne kamen…

Am Sonntag vor allem bemerkenswert der Auftritt von Eva Jantschitsch alias Gustav … Die wiener Sängerin absolvierte den Auftritt in schwangerem zustand – was der Bassist bei der gegenseitigen „Vostellung“ am Ende des Sets etwas uncharmant so umschrieb: „Gesang; Eva Jantschitsch, die krankheitsbedingt beeinträchtigt ist (Blähbauch)“ – Wiener Schmäh halt…. Dennoch oder gerade deshalb ein gelungener Auftritt, besonders „Abgesang“, „We shall overcome“ und „Rettet die Wale“ haben mir gefallen.

Mit gemischten Gefühlen sah ich Slime bei Ihrem Bühnen-Comeback. Natürlich zählten Slime in meiner Jugend zu meinen Helden, klar kann ich nach wie vor Songs wie „Alle gegen Alle“, „Bullenschweine“, „polizei-SA-SS“ mitsingen und ja, die Jungs haben’s auch in fortgeschrittenem Alter noch drauf. Aber irgendwie merkwürdig, solche Parolen aus dem Mund von über fünfzigjährigen zu hören. Vielleicht liegt’s aber auch nur an mir, dass ich mit so was nichts mehr anfangen kann. Na ja, auch ne Erkenntnis!

Das bringt mich nahtlos zu den Enttäuschungen, denn die gab es für mich durchaus auch: Da wäre zunächst mal Uffie. Ist jetzt nicht zu hundert Prozent meine Musik, aber ich hatte mir zumindest eine gute Show erwartet – und wurde bitter enttäuscht. Noch schlimmer fand ich Die Sterne. Was ist nur aus dieser Band geworden? Was sollte das denn für ein Auftritt gewesen sein? Wie schrieb jemand im Forum: „Telegymnastik, oder was war das ???“… Was hat Euch bloß so ruiniert 😦

Und dennoch: Unterm Strich eindeutig ein super gelungenes Dockville 2010 – wir werden auch nächstes Jahr wieder mit von der Partie sein!


Weiterführende Links:

Bericht vom Festival bei mcmagazin.de

Bericht bei Unser Lübeck

Sehr schönes Rückblicksvideo des Veranstalters…

Festivalbericht eines recht ernüchterten mr.boredoms

Bilder vom Festival gibts hier


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„It’s a pleasure to be back here (tomorow: London…) – THE NATIONAL live in Dachau

(14.07.2010, Dachauer Rathausplatz)

Der Dachauer Musiksommer hatte die vergangenen Jahre bereits einige Juwelen nach Deutschland geholt. So waren 2009 z.B. Lambchop  zu Gast – und 2008 bereits einmal THE NATIONAL. Eben diese waren nun auch 2010 der Einladung nach Dachau gefolgt…

Erste Überraschung vor Ort: Das Konzert war zwar durchaus gut besucht, aber nicht ausverkauft. Das verwundert ein wenig, schließlich sind The National in 2010 endgültig durchgestartet – das aktuelle Album High Violet kam in Deutschland auf Platz 10 der Charts (bzw. Platz 5 der Download-Charts), in den UK-Charts auf Platz 5 und in den USA erreichte es sogar Platz 3 der Billboard-Charts. Und so herrschte gestern eine wunderbare entspannte Atmosphäre, weil genügend Platz für alle Besucher vorhanden war…

Als Support Act eröffneten St. Vincent den Abend. St. Vincent ist der Künstlername von Annie Clark, „einer US-amerikanische Multi-Instrumentalistin, Sängerin und Songwriterin“ (Zitat lastfm). Ein interessanter Auftritt, ein wenig melancholisch , mitunter recht schräge Musik… Zum Abschluss ihres 40 Minütigen Auftritts kamen die Jungs von THE NATIONAL mit auf die Bühne und spielten gemeinsam mit Clark und ihrer Band noch ein Stück. Ein gelungener Opener…

Gegen 21 Uhr – mit der einsetzenden Dämmerung, kamen die Brüder Dessner, Devendorf und natürlich Matt Berninger  auf die Bühne – und das Publikum freute sich auf THE NATIONAL live…  Es folgte ein wunderbarer Auftritt! Der Schwerpunkt lag natürlich auf den Songs des aktuellen Albums High Violet – für mich bereits jetzt der heiße Anwärter auf den Titel des „Album des Jahres“. Von High Violet gaben The National gestern so ziemlich alle Titel zum Besten. Meine persönlichen Favoriten hierbei: Anyone’s Ghost, Terrible Love, Afraid of Everyone und (als eine der Zugaben: Vanderlyle Crybaby Geeks). Aber auch einge Songs vom Vorgänger-Album Boxer waren mit auf der Setlist, hier haben mich u.a. besonders Mistaken for strangers, Squalor Victoria und natürlich Fake Empire begeistert.

Die Band war sichtlich in Spiellaune, man merkte ihnen an, dass sie gerne hier zurück nach Dachau kamen. Aufsehen erregte Matt Berninger, als er während des Auftritts einen Ausflug ins Publikum machte und die Laternen am Rathausplatz zum Tanz aufforderte („The Gene Kelly Show“ 🙂 ) .

Der sehr gelungene Konzertabend endete gerade rechtzeitig, ehe sich Platzregen und Gewitter über Dachau ausbreiteten… Wer die Chance gestern vepasst hat, dem bietet sich in 2010 noch die Gelegenheit, The National beim Haldern Open Air zu sehen – und bei einem Auftritt in der Nähe von Frankfurt. Tourdaten siehe hier


Weiterführende Links:

Sehr schöner Konzert-Bericht bei Laxmag

St. Vincent / Annie Clark bei myspace

Offizielle Homepage von The National


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„You know who you are“… – Pavement live in München

(Muffathalle München, 22.05.2010)

Endlich also war es soweit: Die großen Pavement nach 11 Jahren wiedervereint gastierten in München. Der Abend begann zunächst mit einigen Merkwürdigkeiten…

Merkwürdigkeit 1: Das Konzert war nicht ausverkauft, und offenbar der Terminkollision mit dem Championsleague-Finale geschuldet gab es vor der Halle ein enormes Nachfrage-Angebots-Gefälle.  Jede Menge Leute versuchten, noch Karten unters Volk zu bringen, jedoch fanden sich keine Käufer. Schwarzmarkthändler haben sich da ganz schön verspekuliert.

Merkwürdigkeit 2: Selbst viele der Leute, die zum Konzert gingen, beschäftigten sich scheinbar intensiv mit der Frage, wie man die Fussball-Übertragung denn mit dem Konzert in Einklang bringen könnte. Auf last.fm beispielsweise entspann sich eine ellenlange Diskussion, wie man das am Besten anstelle. Man könne ja die Vorband weglassen und dann einen kleinen Teil von Pavement verpassen. Oder es wurde gefordert, Pavement solle doch erst um 23 Uhr starten. Und und und. Nach ja, ich muss ja nicht alles verstehen, aber komisch ist das schon.

Nun gut, das Ganze führte dann dazu, dass sich bei HEALTH die Halle nur zur Hälfte füllte, weil die andere Hälfte im Garten via Grossleinwand die Niederlage des FC Bayern bestaunen wollte. Als dann Health ihren Auftritt beendet hatten, strömten diese Leute alle in die Halle, weil draußen grade Halbzeit war. Was sie verpasst haben, sei ihnen kurz geschildert: HEALTH boten einen enorm energiegeladenen Auftritt. Die gingen ab wie die Hölle und boten in einem halbstündigen Set eine sehr gelungene Mischung aus experimentiellen Noise Rock und Indie-Rok mit düsterem Einschlag. Hat mir sehr gut gefallen.

Nach kurzer Umbaupause (und nicht erst um 23 Uhr 😉 ) kamen dann Pavement auf die Bühne. Die Halle hatte sich nun tatsächlich gefüllt, Pavement vs. FC Bayern 1:0 … Das Publikum bestand überwiegend aus junggebliebenen Forty-Somethings, welche die Hochzeit von Pavement persönlich erlebt hatten. Was fehlte waren – wie SPEX in ihrem Bericht vom Berliner Pavement-Konzert schrieben, „Kids mit den engen Hosen und den großen Schuhen, die anscheinend immer noch nicht wissen, worauf ihr ach so fresher Schrammel-Indie eigentlich fußt“…

Pavement eröffneten den Abend fulminant mit „Cut your Hair„. Es folgten so ziemlich alle großartigen Songs der Band – mir hat keiner der Songs gefehlt die ich unbedingt hören wollte. Der Auftritt führte nochmals eindrücklich vor Augen, aus welchem Fundus die Band schöpfen kann – obwohl die Band „nur“ fünf Alben produziert hat. Jeder Song ein Hit. Man merkte der Band an, dass sie die Reunion sehr geniessen. Wie schrieb ein Blog über das Berliner Konzert: „Kleine Kinder, die die Bühne zu ihrem Spielplatz erklärten. Losgelassen von zuhause, mit Genehmigung ihrer Familien oder Freundinnen“.

Das trifft es sehr gut. Es machte einfach Spass zuzusehen – und man hatte keine Sekunde den Eindruck einer reinen Nostalgie-Veransaltung, oder als würde da eine Band auf der Bühne stehen, die sich zusammengerauft hat, weil sie die Kohle brauchen… Und so spielten sich durch den knapp zweistündigen Auftritt, kamen zweimal zu Zugaben auf die Bühne und beendeten den Abend mit einer Hammer-Version von „Stop Breathing“. Danke, Pavement!

Meine persönlichen Highlights: Cut yout Hair, Elevate me Later, Shade Lane, Spit on a Stranger, Stereo, und Stop Breathing


Weiterführende Links:

Fotos vom Münchner Konzert bei rote-raupe.de

Bericht vom Münchner Konzert auf m945.de

Bericht vom Berliner Auftritt in der SPEX

Bericht vom Berliner Auftritt beim Blog pretty-paracetamol

HEALTH bei MySpace

Bericht bei intro.de über die Reunion von Pavement

Türlich, Türlich – sicher Digga … Mary Jane live and acoustic im Cord München!

(Cord, München, 06.05.2010)

Nach längerer Abstinenz hatten Mary Jane endlich mal wieder zu einem Auftritt geladen. Wie seit einiger Zeit gewohnt war auch gestern im Cord ein Akustik-Konzert angesagt. Die Band ist seit über 10 Jahren in München und darüber hinaus für ihren mitreissenden Punk Rock bekannt – und haben sich über die Jahre eine beträchtliche Fan-Basis erspielt. So war es nicht verwunderlich, dass auch beim Auftritt gestern das Cord sehr gut gefüllt war.

Mary Jane, das sind Tomson, Daniel, Patrick und Hot – letzterer übrigens zuletzt zusätzlich äußerst erfolgreich mit der Band „This is the Arrival“ unterwegs (Liveberichte hier und hier …). Als Support-Act fungierten die ebenfalls aus München stammenden Slugfugg. Die beiden Bands verbindet eine jahrelange Freundschaft – bereits 1999 standen sie bei einem Konzert gemeinsam auf der Bühne. Auch Slugfugg gaben ihre Songs stromlos zum Besten – und hätten etwas mehr Aufmerksamkeit vom Publikum verdient. In der hinteren Hälfte des Clubs war die Musik praktisch nicht mehr wahrzunehmen, da es zahlreiche Besucher vorzogen, zu quatschen. Warum Leute Eintritt zahlen, auf ein Konzert gehen und dann nicht zuhören ist ein Phänomen, das ich nie verstehen werde… Wie auch immer: Sluggfug boten eine gelungene Show – mein persönlicher Favorit: „Hate TV“. Und: Auch Iron Man war begeistert 🙂

Nach einer kurzen Pause starteten dann Mary Jane. Sehr zu meiner Freude spielten sie als Opener „Finding Elmo„. Im ersten Teil des Konzertes boten sie durchwegs akustische Versionen ihrer eigenen Songs. Das Publikum war von Anbeginn voll dabei.

Dann gab’s ne kurze Pause – und im zweiten Teil ging es wie angekündigt mit Coversongs weiter. War die Stimmung im Cord während des ersten Teils schon sehr gut, so kochte das Ganze jetzt erst so richtig hoch. Geboten wurden Versionen u.a. von „Kids“ (MGMT; gesungen von Tomson), „Sex on Fire“ (Kings of Leon; gesungen von Hot) und „Hounddog“ (Elvis; gesungen von Patrick). Die absoluten Highlights lieferten Mary Jane schliesslich mit „So lonely“ (The Police; unglaublich gut gesungen von Hot) und einem Hip Hop Medley (gesungen von Daniel – siehe Video – u.a. mit Cameos „Word up!“ und „Türlich Türlich“ von Das Bo). Partystimmung pur!

Alles in allem wieder einmal ein sehr gelungener Auftritt von Mary Jane. Schade, dass die Auftritte in letzter Zeit etwas rarer geworden sind…


Weiterführende Links:

Mary Jane bei MySpace

Slugfugg bei MySpace

Cord Club

Ich kommanda, Du kommanda, wir kommanda … MEDIENGRUPPE Telekommander live in München!

(Feierwerk – Hansa 39, München, 22.04.2010)

Im Rahmen des inzwischen schon als traditionell zu bezeichnenden „Make or Break Festival“ des Feierwerks gastierten einmal mehr Gerald Mandl und Florian Zwietnig (plus Drummer) mit der Mediengruppe Telekommander in München. Eintritt wie bei Make or Break wie gewohnt frei – und somit war es nicht verwunderlich, dass das Hansa 39 restlos überfüllt war. Leute, die den Fehler machten, zwischenzeitlich mal raus zu gehen, kamen zum Teil nicht mehr in die Halle…

Den Abend eröffneten zunächst soft.nerd … Eine dreiköpfige Münchner Electro-Pop-Band, „eine Teetanz-Band. Live mit Drums, Bass und Gitarre – ganz ohne Laptop. Klingen soll das ganze dann wie LCD Soundsystem live“ (Zitat on3-radio.de). Mich hat das nicht sonderlich überzeugt – wer sich ein Bild machen mag, der kann sich die EP der Band kostenlos herunterladen (Link siehe unten).

Nach einen recht lang geratenen Umbaupause dann endlich die Mediengruppe Telekommander. Vom ersten Takt an war enorm Bewegung in der Menge. Sehr geile Stimmung, und auch die Band war in großer Spiellaune. Geboten wurden so ziemlich alle Highlights aus den bislang erschienenen drei Alben. Gefehlt hat mir persönlich eigentlich nur „Panzer“… Einige Stücke hat die Band für die Live-Auftritte offensichtlich neu arrangiert – besonders aufgefallen ist mir dies bei „Mein Herz“ und „Gekleckert“. Nach dem regulären Teil folgten noch Lautstark eingeforderte Zugaben, unter anderem das geniale „Endlosrille“.

Dies war  mittlerweile mein viertes Mediengruppe Telekommander Konzert – und fand das heutige von der Stimmung, aber auch von der Live-Performance her das gelungenste!

Die Setlist (Reihenfolge bekomm ich nicht mehr hin…): Bild dir Deine Meinung, Mein Herz, Trend, Sprengkörper, Ein kleiner Widerstand, Loft oder Liebe, Gekleckert, Jedem sein Disco, Einer muß in Führung gehen, Über alles, Lesprit Nouveau, Raus aus der Stadt, Endlosrille, Bis zum Erbrechen schreien, Mach das leiser, Es gibt immer was zu tun (hab ich einen vergessen – bitte kommentieren…)


Weiterführende Links:


Interview (Stream) mit Mediengruppe Telekommander – bei on3-radio

soft.nerd – gefeatured bei on3-radio …

Kostenloser Download der soft.nerd EP „All the same“

Bericht über das 2010er Konzert in Leipzig

242…242…242…242 – Die „Vintage German Club Tour 2010“ von FRONT 242 …

(München, Backstage Werk, 15.04.2010)

FRONT 242, das Aushängeschild der EBM hat zur Vintage Club Tour 2010 geladen – ein Pflichttermin für die kleine, aber feine Electronic Body Music Szene in München. Und so war das Backstage Werk sehr gut gefüllt (deutlich besser als beim Konzert von Nitzer Ebb vor einigen Wochen – Bericht siehe hier…). Als Support Acts waren Soldout und Orange Sector angekündigt…

Der Abend wurde eröffnet von dem belgischen Duo Soldout (David an den Synthies und Charlotte Gesang). Am ehesten läßt sich die Musik von Soldout wohl als Electro-Clash charakterisieren. Die Beiden boten eine sehr gute Show, gaben wirklich alles und ernteten beim Publikum durchaus anerkennenden Beifall. Mein Highlight: „I don’t wanna have sex with you“ (gab’s übrigens auch als T-Shirt 🙂 ).

Die als zweiter Act auftretendenden Orange Sector gelten als eine DER deutschen EBM-Formationen „der alten Schule“. Das Duo aus Hannover kann auf eine langjährige Bandhistory zurückblicken – just erschien ihr nunmehr zwölftes Album „Krieg und Frieden“. So war es nicht verwunderlich, dass jetzt auch erstmals an diesem Abend richtig Bewegung in die Crowd kam… Meine persönliche Favoriten waren „Krieg & Frieden“, „Endzeit“, „Kalt wie Stahl“ und natürlich „Tanzbefehl“… Sehr geiler Auftritt und ein erster Höhepunkt an diesem Abend!

Dann wurde es Zeit für FRONT 242… Begrüsst von frenetischen Beifall betraten die Belgier die Bühne. Wie bei Liveauftritten von Front 242 üblich traten sie mit Verstärkung (zu viert) auf und boten in bester Spiellaune so ziemlich alle Hits, die sich die Fans erhofft und erwartet hatten. „Agony“, „U-Men“, „Welcome to Paradise“, „Tragedy for you“ usw… Allesamt vom Publikum dankbar aufgenommen. Den Saal endgültig zum Kochen brachte der letzte Song des regulären Sets: „Im Rythmus bleiben“ (siehe Video) und die Zugaben: „Kampfbereit“, und natürlich „Headhunter“. Die Belgier ließen sich vom tosenden Applaus und anhaltenden 242…242…242 Sprechchören zu einer weiteren Zugabe auf die Bühne locken – und so fand der Auftritt mit „Break me“ einen gelungenen Schlusspunkt… Nicht unerwähnt bleiben sollen die äußerst gelungenen Visuals, welche den Auftritt perfekt ergänzten. Fazit: Ein spitzenmässiges Konzert – man ist immer wieder erstaunt, mit wie viel Energie Front 242 nach wie vor unterwegs sind.


Weiterführende Links:

Front 242 bei Amazon.de…

Orange Sector bei Amazon…

Offizielle deutsche FRONT 242 Seite

Orange Sector bei MySpace

Soldout bei MySpace

Das Konzert des Jahres zum Album des Jahrzehnts… – NOTWIST Live…

(Rundfunkhaus des BR, Studio 1, München, 10.04.2010)

Die Redakteure des BR Zündfunk wählten das 2002er Album „Neon Golden“ zum Album des Jahrzehnts… Anlass genug für die Weilheimer Band Notwist, der Einladung des Zündfunks zu folgen und das Album mit  einem Konzert zu feiern. Ein weiterer Meilenstein in der Freundschaft der Band mit dem Zündfunk, die 1989 begann, als Notwist den Demo-Cassetten-Wettbewerb der Sendung gewann. Die Fans freute es: Das Konzert am heutigen Samstag war seit Wochen ausverkauft – das zusätzlich anbereaumte Konzert am Sonntag ebenfalls.

Der Abend begann mit der Band Kofelgschroa. Die vier aus Oberammergau sagen über sich selbst: „Wir sind nicht im Stand unsere Art von Musik zu definieren und überlassen es Ihnen“. Kein leichtes Unterfangen: Mit Posaune, Flügehorn, Tuba und Gitarre instrumentiert, bringen sie moderne, teils experimentielle „Volksmusik“ zum Vortrag. Die Texte sind in Dialekt gehalten. Das alles hörte sich mitunter ganz schön schräg an, war aber definitiv interessant. Ein sehr sympathischer Auftritt. Die Band hat noch keine CD-Veröffentlichung, auf ihrer My-Sapce Seite kann man aber reinhören und auf der Zündfunk-Page wird es in Kürze ebenfalls das eine oder andere Lied vom Download geben. Reinhören lohnt…

Nach einer kurzen Umbaupause dann die „Helden des Abends“. The Notwist kamen auf die Bühne. Achim 60 Bogdan vom Zündfunk kündigte bereits an, dass die Band jetzt nicht Neon Golden chronologisch abspielen würden („Wir sind ja hier nicht im Museum“…), und so bot Notwist einen äußerst gelungenen Querschnitt aus beinahe allen Alben – wobei der Schwerpunkt natürlich auf dem „Album des Jahrzehnts“ lag. Die Lieder waren mitunter im Vergleich zu den Album-Versionen deutlich neu arrangiert. Besonders hervorzuheben hierbei die Elektro-Effekte ud Synthie-Experimente von Martin Gretschmann… (Hab ich mich verkuckt, oder kam da sogar mal ein Stylophon zum Einsatz? Sehr geil!) Die Band hatte augenscheinlich richtig viel Spass an diesem Abend, auch wenn Markus Acher etwas mit Stimmproblemen zu kämpfen hatte.

Im regulären Teill des Konzertes stachen für mich besonders die Songs „Pick up the Phone“, „Neon Golden“, „Consequence“ und „Gloomy Planets“ heraus… Unter den Zugaben dann unter anderem herausragende Versionen von „Day 7“ und „Chemicals“.

Allen, die nicht dabei sein konnten zum Trost: Das Konzert wurde mitgeschnitten und wird am 13. Mai in voller Länge auf Bayern 2 (Zündfunk) zu hören sein.

Fazit: Ein toller Konzertabend, der unter Beweis stellte, dass diese Band völlig zurecht als  eine der bedeutendsten und erfolgreichsten Bands der deutschen Indie-Bands anzusehen ist. Das Publikum war begeistert und feierte die Band mit anhaltendem Applaus.


Weiterführende Links:

Konzertbericht bei laxmag.de

Konzertbericht bei fallen-legen.de

Konzertbericht bei mucbook.de

Konzertfotos bei rote-raupe.de

Album des Jahrzehnts beim Zündfunk…

Alientransistor – das bandeigene Label von Notwist…

Kofelgschro auf myspace