Was haben Max Schmeling, Gilbert Bécaud und Barry Manilow gemeinsam? Friedlich vereint auf RUMMELSNUFF’s zweiten Album „Sender Karlshorst“…

(Rummelsnuff: Sender Karlshorst; Out of Line/Universal; erschienen am 14.05.2010)

Die Info des Labels zeigt, wo’s langgeht: „Roger Baptist ist RUMMELSNUFF. Mit seiner Mannschaft läßt er gelegentlich seine derbe, von Kurzfilmen untermalte Strommusik auf sorgsam ausgewählten Bühnen zwischen Hammerfest und Sansibar erklingen. Kennzeichnend für die Shows sind der bild- und tongewordene Männlichkeitswahn und der unverhohlene Personenkult um Rummelsnuff; er singt von den Schwerstarbeitern unter Tage, von den Männern auf hoher See und von den kraftstrotzenden Ringern auf der Matte.“

„Sender Karlshorst“ ist nach „Halt durch“ das zweite Album von Rummelsnuff. Die Vorab-Singles haben einiges erhoffen lassen, seit heute ist nunmehr das Album verfügbar und es übertrifft alle Erwartungen. Was für eine Mischung: Arbeiterlieder mit Sowjetromantik („Stalinallee“, „Wolgastrom“) und Kraftsport-Hymen („Der Pumper“) gehen hier Hand in Hand mit unfassbaren Versionen von Barry Manilow’s „Mandy“, Gilbert Bedaud’s „Nathalie“ oder eben Max Schmelings „Boxerlied“.

Geboten werden elektronische, mitunter minimalistische Klänge, immer wieder durchsetzt mit schrägen Ideen – und das perfekt durch Roger Baptists „Reibeisen-Stimme“ in Szene gesetzt. Musikalisch hat sich das Spektrum im Vergleich zu „Halt durch“  erweitert – bei „Donnerbolzen“ sind Rockabilly Töne zu vernehmen, mit „Wenn Du aus dem Leben schwindest“ ist sogar so etwas wie eine Ballade vertreten.

Rummelsnuff ist ein Phänomen, und er wird auch mit diesem Album wieder polarisieren: Man liebt ihn oder hasst ihn. Als Test möge das Video zu „Freier Fall“ dienen. Für mich steht fest: GROSSARTIG!


Weiterführende Links:

Stream des Albums zum Reinhören

Kritik zu „Sender Karlshorst“ bei intro.de

TV Beitrag über Rummelsnuff bei polylux

Artikel über Rummelsnuffs „Halt durch“ bei Spiegel Online

Artikel über Rummelsnuffs „Hat durch“ in der FAZ

Rummelsnuff official Home

Wenn Dichter in den Ring steigen…

… dann handelt es sich wohl um eine Box Poetry Slam Meisterschaft. Ein auf den ersten Blick sehr schräg erscheinendes Konzept. Zwei Poeten treten in einem echten Boxring gegeneinander an. Mit allem Drum und Dran: Ringrichter, Nummerngirl, Wettkampfrichter und und und. Nur das nicht mit den Fäusten, sondern mit Worten gefightet wird.

So könnte man annehmen, dass das Ganze auf das im Hip Hop beliebte „battlen“ rauslaufen würde. Dies trifft aber nur zu einem sehr kleinen Teil zu. Ziel ist es nicht, den „Gegner“ zu dissen, sondern vielmehr durch seinen eigenen vogetragenen Text zu punkten.

In der Muffathalle trafen sich 8 der besten Deutschen Poeten zum Kräftemessen. Das Ergebnis waren kurzweilige, unterhaltsame, nachdenkliche 2,5 Stunden. Hervorragende Texte und Performances. Und am Ende stand ein Münchner ganz oben auf dem Treppchen: Bumillo – in seinen hervorragende Texten hielten sich „Tiefgang“ und „Spass“ erfreulich die Waage. Mein persönliches Highlight war sein Finalbeitrag: Eine furiose Abrechnung mit dem Soap Opera Wahnsinn im TV.

Ich freu mich auf alle Fälle auf den nächsten Poetry Slam im Substanz – und auf die deutsche Meisterschaft 2011 🙂 Bumillo ist übrigens am 8.2. im Vereinsheim zu erleben („Blickpunkt Spot„).

Munich Slam

Substanz

Bumillo

Goa Goa mpu, ja!

Bin gerade über ein reichlich obskures Video gestolpert. Trash pur 🙂