„Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!“

(Münchner Volkstheater, 28.01.2010)

Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas stellt die großen Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Idealismus und Gewalt.

Im Münchner Volkstheater hat Hanna Rudolph das Stück sehr modern insezeniert – und sich dennoch eng an den inhaltlichen Vorgaben und auch an der Sprache Kleists orientiert. Hierbei treten lediglich sechs Schauspieler auf, die durch Doppel- und Dreichfachrollen glänzen. Überhaupt sind die schauspielerischen Darbietungen beeindruckend. Schwerlich kann man einen der Darsteller hervorheben – mir persönlich am besten gefallen haben Friedrich Mücke (Michael Kohlhaas u.a.) und Robin Sondermann (Schlossvogt u.a.).

Für mich war das heute ein beeindruckendes, nachhaltiges Theatererlebnis!

Kurz noch zum Inhalt:

Der Pferdehändler Michael Kohlhaas wird auf dem Weg nach Leipzig von den Leuten des Junker Tronka aufgehalten. Neuerdings brauche er einen Passierschein. Kohlhaas will diesen Schein gerne nachreichen. Als Pfand hinterlässt Kohlhaas seine beiden besten Pferde auf der Tronkenburg und beauftragt seinen Knecht Herse, sich um die Pferde zu kümmern. In Dresden erfährt Kohlhaas jedoch, dass dieser Passierschein reine Willkür ist und jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt. Als er auf die Tronkenburg zurückkehrt, findet er seine Pferde misshandelt vor. Sein Knecht wurde verprügelt und von der Burg gejagt. Kohlhaas Rechtsgefühl ist aufs Empfindlichste gekränkt. Er klagt um Wiedergutmachung des Schadens und Verurteilung des Junkers. Doch trotz wiederholter Klagen auf legalem Weg, wird ihm sein Recht verweigert. Als seine Frau bei dem Versuch Unterstützung beim Kurfürsten zu erhalten, erschlagen wird, greift Kohlhaas zur Selbstjustiz. Er beginnt einen blutigen Rachefeldzug. Zusammen mit seinen Anhängern zündet er blind vor Wut Dörfer an, in denen sich der Ungerechte angeblich versteckt hält und nimmt in Kauf, dass unschuldige Menschen ums Leben kommen.

Das Stück steht weiterhiin auf dem Spielplan des Münchner Volkstheaters. Nächste Aufführung am 21.02.2010

Infos zum Stück bei Wikipedia

Zur Aufführung im Münchner Volkstheater

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