Das Warten hat ein Ende: Das neue ARCADE FIRE Album „THE SUBURBS“ …

(Arcade Fire: Suburbs;  City Slang / Universal; erschienen am 30.07.2010)

Das Warten hat ein Ende… Immerhin drei Jahre ist es her, dass Arcade Fire’s NEON BIBLE“ erschienen ist. Ein Album, dass sich definitiv und nachhaltig in meine All Time Top 10 gespielt hat. Vor einigen Tagen erschien nun mit großem Medien-Echo das neue Album „THE SUBURBS“. Bislang habe ich das Album erst einige Male gehört – ein endgültiges Urteil fällt mir noch schwer (Das gesamte Album lässt sich übrigens hier in Gänze gestreamt hören…)

Daher habe ich hier mal die interessantesten Meinungen zu diesem Album agreggiert:

„Wie Arcade Fire diesmal überhaupt mit kluger Selbstbeschränkung oft den meisten Eindruck machen. „Suburban war“ schleicht sich zu einem leise kreiselnden Riff verstohlen vom 20jährigen Klassentreffen, „Modern man“ tanzt zu bluesiger Gitarre den Abgesang auf ehemals nahestehende Menschen, die inzwischen auf einem anderen Planeten zu wohnen scheinen. Und zum elektronisch quietschenden Abschluss „Sprawl II (Mountains beyond mountains)“ liegen sich trotzdem alle in den Armen. Wenigstens diese wundervollen, anrührenden 64 Minuten lang.“ (plattentests.de).

„Der Nachfolger zu „Neon Bible“ gibt sich konzeptionell, kreisen die Textgedanken doch um das Äterwerden, das Heimkommen, die Verluste, das Vergangene und die Hoffnung auf Unverfälschtes am Ende der Tage. Musikalisch geben sich Arcade Fire unter- und entspannter denn je und bieten mit ihrem dritten Werk ein Album, das mit jedem Hören zu seiner majestätischen Größe heranwachsen will. Damit alles schön warm und zeitlos klingt, wurde jeder der 16 Tracks zunächst auf Vinyl gemastert und anschließend wieder digitalisiert.“ (tonspion.de).

„The Suburbs kommt weitgehend ohne offenbare Höhepunkte aus, es ist ein Album, das die Melancholie des Heimkommens in den Mittelpunkt und das Songwriting in den Dienst dessen stellt. In diesem Sinne rennt die Band sehenden Auges in die Fehlerstellung, die Rockfans seit Dekaden an Konzeptalben bemängeln.“ (intro.de).

„Auch wenn Arcade Fire noch nie so reduziert und aufgeräumt klangen, erzeugen sie auf „The Suburbs“ eine unfassbar dichte, wenngleich schwer greifbare Atmosphäre. Wer den funkensprühenden Facettenreichtum dieser verwunschenen Platte bei den ersten Annäherungsversuchen erfassen will, ist schlicht zum Scheitern verurteilt. Dennoch verwette ich meinen Arsch darauf, dass wir es hier mit einem DER Grower des Jahres zu tun haben“ (laut.de).

„Und wie musikalisch, so verhält es sich auch inhaltlich: Wo die eigene Jugend verstanden wird, beginnt auch die Auseinandersetzung mit dem Erwachsensein. „So can you understand, why I want a daughter while I’m still young? / I wanna hold her hand / And show her some beauty / Before this damage is done“. Vom Verfall der Idylle inspiriert, ist Arcade Fire ein drittes herausragendes Album gelungen. Vielleicht ihr strukturiertestes, aufgeräumtetes Album, definitiv aber das mit den bisher reifsten Erkenntnissen.“ (auftouren.de).

Alles in allem also offenbar Grund genug, sich intensiv mit diese Album auseinanderzusetzen 🙂


Weiterführende Links:

Live Stream des gesamten Albums

Offizielle Website incl. Infos über die unterschiedlichen Erscheinungsformate von The Suburbs

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„Leute, es macht sehr, sehr viel Spass, Euch zuzusehen…“ TOCOTRONIC Live in München

(Tonhalle München, 26.03.2010)

OK, ich lege mich fest: Das war das beste Konzert 2010. Aber der Reihe nach…

Als Support-Act waren Dillon angekündigt. Leider kann ich hierüber nix schreiben, da ich gerade noch rechtzeitig zum Konzertbeginn von Tocotronic in der Halle war. Dies lag daran, dass

  1. Die bescheuerten Online-Tickets an exakt einer Kasse authentifiziert werden mussten und diese Kasse mit genau einem (!) Notebook, einem (!) Scanner und vermutlich einer Modem-Verbindung jedes beschissene einzelne Ticket abarbeiteten und
  2. Beim Einlass auch nochmal ewig Stau war, weil die Einen rein wollten und die Anderen alle raus wollten zum Rauchen.

Sehr schade, aber was soll’s… Ab dem ersten Accord von Tocotronic war das alles vergessen. Dirk Lotzow und Co legten mit „Eure Liebe töte mich“ los. Von Beginn an war das Publikum begeistert dabei, was Dirk zum titelgebenden Ausspruch verleitete… Weiter ging es mit einer Klasse Mischung aus Klassikern und den Songs des aktuellen Albums „Schall und Wahn“… Gerade Letztere kamen Live um einiges rockiger und intensiver rüber, was sich sehr positiv auf die Stimmung auswirkte.

Ein besonderes Highlight war eine zugegebenermassen trashige, aber umso geilere Gesangsnummer von Arne Zank, der die Songs „Ich werde nie mehr alleine sein“ und „Bitte gebt mir meinen Verstand zurück“ intonierte. Die  Tonhalle – übrigens restlos ausverkauft – kam langsam aber sicher ans Kochen, weitere Highlights waren aus meiner Sicht „Let there be Rock“ und „Macht es nicht selbst“. Den Abschluß des regulären Teils bildete eine wunderbar epische Version von „Gift“. Natürlich kam die Band noch zu meheren Zugaben auf die Bühne, u.a. mit „Sagt alles ab“.

Unterm Strich haben Tocotronic eindrucksvoll bewiesen, dass sie nach wie vor und zu Recht bei den deutschen Bands ganz, ganz oben stehen. Ein Wahnsinns-Konzert!

Die Setlist:

01 Eure Liebe tötet mich   02 Ein leiser Hauch von Terror  03 Die Folter endet nie  04 Die Grenzen des guten Geschmacks   05 Verschwör Dich gegen Dich  06 Schall & Wahn  07 Aber hier leben, nein danke  08 Imitationen  09 Jenseits des Kanals  10 Ich werde nie mehr alleine sein –   11 Bitte gebt mir meinen Verstand zurück  12 Jungs, hier kommt der Masterplan  13 Let there be rock  14 Macht es nicht selbst  15 Drüben auf dem Hügel  16 Keine Meisterwerke mehr  17 Stürmt das Schloß  18 Gift  Zugaben:  19 Mein Ruin  20 Ich bin viel zu lange mit Euch mitgegangen  21: Sag alles ab  22: Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit


Weiterführende Links:

Bericht vom Münchner-Konzert im laxmag

Bericht vom Münchner Konzert bei mucbook.de

Blog-Artikel über das 2010er-Konzert in Heidelberg

Blog-Artikel über das 2010er-Konzert in Köln