„Mia san dageng“ – Die Geschichte des Punk in München, jetzt auch auf DVD…

(„Mia san dageng“; 88 min; ca. 25 Euro, z.B. bei amazon)

Oli Nauerz und Katz Seger, die sich schon im „Kruzefix“-Fanzine um die Münchner Punk-Geschichte gekümmert hatten, legten 2007 einen viel beachteten Kino-Film vor, der die Geschichte von Punk in München in die Geschichte von kritischen Köpfen der bayrischen Landeshauptstadt einbettete. Der Film lebt von vielen raren, aufnahmetechnisch guten Live-Aufnahmen alter Bands (u.a. The Pack, United Balls,…), von charakteristischen Interview-Gästen (u.a. Sigi Pop/Marionetz, The Pack, United Balls, Condom,…) und der Grundaussage: „Mia san dageng!“ – heute wie damals!

Der Film beginnt  mit einem Prolog über das Vorzeige-München und die Geschichte der Rebellion und den Kampf für Freiheit und Individualismus innerhalb der Stadt. Eine informative Zusammenfassung, bis es zum „Urknall“ des Punks kam. Es folgt ein Kaleidoskop, das eine Vielzahl von Aspekten der frühen Geschichte des Punk in München beleuchtet. Gezeigt wird ein Sammelsurium aus Videoaufnahmen, das von den Machern selbst kommentiert ist. Schon alleine noch einmal Bands ins Gedächtnis gerufen zu bekommen, welche in der Zwischenzeit fast vergessen sind, ist ein Vergnügen: A&P, United Balls, FKK Strandwixer, Alternative Arschlöcher usw. 🙂

Natürlich geht es in erster Linie um Musik -aber nicht ausschließlich. Zwangsläufig geht es auch um Politik: Antifaschistische Aspekte des Punks und wie das in München von statten ging beispielsweise. Oder um die radikal linke Aktion „Freizeit 81„, welche der damaligen  münchner Hausbesetzer- und Punkszene entsprang.

Den Schlusspunkt im Film setzt die Darbietung des Songs „Mia san dageng!“, der von zahlreichen Punkmusiker aus München unter den Namen „Einstürzende Musikantenstadl“ dargebracht wird und auch allein für den Film komponiert wurde.

Ein absolut sehenswerter Film und Pflichtprogramm für alle, die sich ein Bild über Subkultur in München damals und heute bilden wollen.


Weiterführende Links:

Artikel über den Film in der SZ

Artikel über den Film in der taz

Überblick über weitere Pressestimmen zum Film

Interview im OX Fanzine

Artikel über „Freizeit 81“ in der Wikipedia


Flattr this

Advertisements

Glücksmaschinen in Concert – Fehlfarben live in München…

(Backstage Club, 30.03.2010)

Mit dem aktuellen Album „Glücksmaschinen“ im Gepäck sind die Fehlfarben einmal mehr auf Tour. In München gastierten sie im Backstage Club. Eine gute Wahl: Der kleine, aber feine Raum war mit schätzugsweise 150 Leuten sehr gut gefüllt, die Stimmung bestens…

Als Vorband eröffneten Herpes den Abend. Die Band kannte ich bislang nicht. Dieser Tage erscheint ihr ersten Album „Das kommt vom Küssen„. Eine Berliner Punk Band, mit starken Anleihen aus der Neue Deutsche Welle. Man erkennt gelegentlich Devo, Abwärts, die Goldenen Zitronen wieder. Was soll ich sagen: Ich fands phantastisch! Freu mich auf das Album. Live sind Songs wie „Fette Muttis“, „Das kommt vom Küssen“ oder „Very Berlin“ schon mal echte Knaller. Reinhören auf myspace lohnt…

Nach kurzer Pause enterten dann Fehlfarben die Bühne und eröffneten den Gig mit dem Titelsong des aktuellen Albums. Es folgte eine Reise durch 30 Jahre Bandgeschichte und 12 Alben. Ein verdammt langer Zeitraum, was von Peter Hein auch immer wieder mit einem Augenzwinkern thematisiert wurde. Meine persönlichen Highlights waren hierbei neben den aktuellen Titeln („Stadt der Tausend Tränen“, „Sommer“, „Wir warten“) natürlich auch „Es geht voran“ – dieser von der Band eher ungeliebte bekannteste Hit durfte natürlich nicht fehlen. Dem regulären Teil folgten mehrere Zugaben, unter anderen die herausragenden „Paul ist Tot“, Handbuch für die Welt“ und „Club der tollen Mütter“.

Unterm Strich ein solides Konzert. Es hat Spass gemacht, mal wieder Peter Hein und Co auf der Bühen zu erleben – und mit Herpes gab es eine sehr geile Band als Neuentdeckung oben drauf.

Nachtrag: Soeben wird auf Spiegel Online das HERPES Album gefeatured. Hier klicken

HERPES auf myspace…

Der Fehlfarben Tourblog incl. Biersorten-Test 😉